Wieviel Wohnraum benötigen wir zum Leben wirklich? In einigen Räumen schlafen wir 8 Stunden und 16 Stunden sind sie ungenutzt, in anderen Räumen lesen wir 2 Stunden ein Buch und den Flur durchqueren wir 5..7 mal am Tag.
Machen die rasanten sozialen, ökonomischen und technischen Veränderungen in unserer Gesellschaft vor dem Wohnungsbau halt? Eher nicht. Welchen Stellenwert hat der Wohnraum für welche Aktivität im Alltag? Kochen, Waschen, Schlafen, Essen, Verweilen, Lernen oder Arbeiten definierten bisher die Wohnräume. Mischflächen werden unserer Meinung nach viel zu wenig eingebracht.
Die Herausforderungen der zukünftigen Energieversorung und damit Betriebskosten der Wohnungen werden den Flächenbedarf der Wohnungen stärker fokussieren.
Und in Zeiten der Digitalisierung entstehen immer mehr Interaktionen mit der Gesellschaft auf anderen Wegen.
Auch wir denken in unserer Zukunftswerkstatt über das Thema Microliving nach.
Gerade in den Typenbauten lassen sich in einem 3,60m/ 4,80m oder 6,00m Raster spannende Wohnungsgrundrisse abbilden. Wir entkoppeln gedanklich den Flächenverbrauch vom Wohlbefinden der Mieter. Statt Flächenteilung der Aktivitäten setzen wir dabei auf Mischflächen ohne Einschränkungen in der Wohnqualität. Intelligente Ausstattungen, verschiebbare Einbauten und durchdachte Lichtkonzepte lassen Wohnräume mit 25m² für Paare oder 50 m² Familien ganz anders aussehen.
Und welche Aktivitäten können wir besser in der Gemeinschaft ausführen? Die zukünftigen Generationen sind infolge der Digitalisierung umso mehr an Interaktion mit Ihrer Umgebung gebunden - auch das hat Auswirkungen auf unsere Wohnungen und Wohnformen.
In der Zukunft werden sich die Wohnformen mehr differenzieren, werden dekonstruiert, die Wohnflächen werden flexibler und die neuen Technologien personalisieren stärker den Wohnraum. An Bedeutung werden Gemeinschaftsflächen für Erholung, Arbeit und Gesellschaften gewinnen.
Auf all diese Herausforderungen benötigen fertige, umsetzungsfähige Antworten in der Wohnungswirtschaft. Besser jetzt als Morgen.

Micro-Living (k)eine Alternative?
16. März 2026
